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Blitzdefence - die psychologische Kampfführung

Der leitende Trainer der WT & Escrima Schule Eschwege hat durch Praxiserfahrung im Beruf sowie durch Studium Kenntnisse über Täter- und Opferverhalten erlangt. Durch analysieren von verschiedensten Täterverhalten sind die Trainer in der Lage auf ein fundiertes Wissen zurück zugreifen. Es stellt sich die Frage, warum ist dies so wichtig und von immenser Bedeutung?

In der Vergangenheit hat es sich immer wieder bestätigt, dass hervorragende Kampfsportler bzw. -künstler über Fähigkeiten verfügten aber im konkreten Fall versagten. Sie waren dieser Konfrontation einfach nicht gewachsen, obwohl ihr Kontrahent nichts anderes war, als ein "schnapstrinkender Stadt- oder Dorfschläger", der von Kampfkunst nichts aber auch gar nichts verstand.

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Hier spielen jedoch ganz bestimmte psychologische Grundsätze eine bedeutende Rolle. Stellen Sie sich eine Person vor - so wie Sie vielleicht - die eine elterliche Erziehung genossen hat, in der selbstverständlich und richtiger Weise bestimmte Werte vermittelt wurden, die ein Zusammenleben mit anderen Menschen möglich machen soll: Einem Streit kannst Du ausweichen, wer sich prügelt hat keine Argumente, nur Blöde prügeln sich, der ist einer Diskussion nicht gewachsen etc. Sie haben gelernt, sich den sozialen Normen, dem sozialen Gefüge anzupassen. Das ist auch gut und vernünftig so.

Nun gibt es ihn aber, den asozialen rücksichtslosen Schläger, der sein Opfer sucht, an dem er sich so richtig austoben kann. Er ist gefürchtet und hat auch in seinem Bereich Freunde, die zu ihm aufschauen. Richtig - Sie wollen weder etwas mit ihm zu tun haben noch mit seines Gleichen. Sie wollen sich mit ihm nicht auf eine Stufe stellen. Er, der sich rücksichtslos und asozial verhaltende Schläger, kennt aber nur eine Sprache, nicht Ihre, sondern die der Straße.

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Sie ist meist eindeutig und hemmungslos. Ein Schläger hat gelernt, sich sein Opfer auszusuchen, dazu nutzt er völlig unbewusst natürliche Verhaltensweisen, an denen er sein Opfer erkennt. Er sucht keinen Gegner, denn vor diesem hat er selbst zu viel Angst. Er möchte ein Opfer haben, an dem er sich nach seinem Geschmack austoben kann. Dies kann auch eine Person sein, die ihm körperlich überlegen sein könnte. Anhand von natürlich vorhandenen Instinkten, die vom Unterbewusstsein gesteuert werden, sowie seiner Erfahrungswerte ist er in der Lage, mit einer ziemlichen Sicherheit feststellen zu können: "Du bist mein Opfer!"

Es gilt für Sie, natürliche Verhaltensmuster zu entwickeln, an denen der Täter nicht merkt, dass Sie Angst haben. Ein Zurückweichen kann genauso verkehrt sein, wie das demonstrative Zeigen einer Kampfbereitschaft. Beim Zurückweichen könnte der Täter sein Opfer erkennen. Bei der demonstrativen Kampfbereitschaft könnte es für den Täter selbst ein Zurück nicht mehr geben, er würde sich selbst oder anderen gegenüber eine für ihn eine "irreparable" Blöße geben.

Es sei an dieser Stelle eine Anmerkung gestattet!

Bei unserem "bösen" Fotomodell handelt es sich um Marc, der ein lieber, netter Mensch ist, sich aber für diese Szenen freiwillig zur Verfügung stellte und ganz bewusst mal einen "bösen" Blick wagen sollte.

Marc ist seit vielen Jahren engagiertes Mitglied und verfügt als ehemaliger 3. der "DDR-Ringer"-Meisterschaften über eine ausgesprochen gute Kampfstärke.

Nun gibt es für diese komplexe Situation kein Pauschalrezept, jedoch kann man einige grundlegende Verhaltensmaßnahmen erlernen. Diese sollen in kleineren Simulationstrainingseinheiten geprobt werden, damit der Übende im Ernstfall in der Lage ist, sich an das Gelernte im Ernstfall zu erinnern. Das Simulationstraining wird später teilweise gefilmt, so dass sich die Beteiligten anschließend betrachten können. Dabei werden den Beteiligten erstmals Handlungsweisen, Bewegungen, Äußerungen etc. an der eigenen Person bewusst, die zuvor überhaupt nicht wahrgenommen wurden, da der selbst bereitete Stressfaktor dies nicht mehr zulässt. Es kann dabei zu Über- oder Minderreaktionen kommen, die es beide zu vermeiden gilt. Der Übende soll lernen, diese Situation erleben zu können, ohne das Gefühl zu erhalten, diese Stressbewältigung nicht zu meistern.

Ob Angst etwas Angeborenes oder Anerzogenes ist, darüber streiten sich Psychologen und Wissenschaftler. Wir schließen uns der Meinung der Wissenschaftler an, welche die Auffassung vertreten, dass Angst ein ganz natürliches Phänomen ist, das als Schutzfunktion des Menschen dient. Angst mahnt uns zur Vorsicht, damit wir nicht leichtsinnig werden und Gefahren aus dem Wege gehen. Hätten wir keine Angst, könnten wir uns einer erheblichen Gefahr entgegenstellen. Dies kann nicht Sinn und Zweck des menschlichen Überlebenswillens sein. Natürlich kann auch Angst durch Erfahrungen gelernt und verstärkt werden - also konditioniertes Verhalten. Im Laufe der Jahre widerfahren uns Menschen unzähligen Situationen auf den unterschiedlichsten Wegen, sodass sich die Angst in einem vergrößern kann. Durch erzieherische Maßnahmen kann man jemanden dazu zwingen, dass die eigene Angst abgebaut wird, beispielsweise, wenn man jemanden dazu drängt, eine bestimmte unangenehme Situation zu durchstehen.

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Der Betroffene lernt sich durchzusetzen, oder er hat durch verschiedenste Verhaltensweisen Erfolg. Ein Schläger der sich seinem Opfer jedes Mal gegenüber behaupten kann oder sein Opfer sogar niederschlägt, verliert an Angst.

Durch Anlernen verschiedenster Verhaltensmuster soll unseren Schülern die Angst vor solchen unangenehmen Situationen genommen werden. Wir können und wollen keinen völligen Abbau der Angst, aber wir möchten den Umgang mit der eigenen Angst erlernen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Bestärkung des eigenen "Ichs" - dem Selbstbewusstsein. Das Selbstbewusstsein soll einem die persönliche Sicherheit geben, dass man in der Lage ist, sich selbst zu behaupten und im Extremfall sich konsequent verteidigen zu können. Hier ist eine gesunde Mischung zwischen Überheblichkeit und der Angst des Verlierens erforderlich. Man muss die Angst vor seinem eigenen Fauststoß entwickeln: Angst, man könnte zu hart treffen und Angst, man trifft nicht hart genug. Während einer unausweichlichen konkreten Konfrontation muss man in der Lage sein diese Angst zu kontrollieren, sie darf niemals die Oberhand gewinnen. Diese erforderlichen Aspekte werden in den Unterrichtseinheiten allmählich antrainiert. In der Regel ist dies ein schleichender Prozess, der nicht ad hoc stattfinden kann.

04.05.2013

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